Ökumenische Hospizgruppe e. V.
Rheinbach . Meckenheim . Swisttal

Literatur zur Hospiz-Arbeit und Palliative Care


Das Angebot an Literatur zu den Themen Sterben, Tod und Trauer ist groß und vielfältig. Es gibt Grundlagenwerke, Erfahrungsberichte, Gedichtbände, Märchen, Werke über spezielle Themen wie unterschiedliche Erkrankungen oder Trauer bei Kindern oder nach Suizid, wissenschaftliche Werke, und noch vieles mehr.

Wenn Sie auf der Suche nach Literatur zu diesen Hospizthemen sind, können Sie auch gerne bei uns nachfragen.

Ebenso haben wir eine gut sortierte, kleine Bibliothek, aus der Sie Werke entleihen können. Da wir noch keine regelmäßige Öffnungszeit für die Bibliothek haben, rufen Sie uns für eine Terminabsprache an oder senden Sie uns bitte eine Mail.

Neu erschienen ist eine Handreichung mit biblischen Texten, Zitaten bedeutender Theologen und Lieddichter sowie christliche Symbole für Traueranzeigen und Grabsteine.

Literaturempfehlungen - dürfen wir Sie zu einem Buch einladen?

Kennen Sie das auch? Man sieht sich mit einem Thema konfrontiert, das einem völlig fremd ist. Man möchte mehr darüber erfahren, um leichter damit umgehen zu können. So ist es sicher für viele Menschen die mit Themen wie Sterben, Tod und Trauer konfrontiert werden.

Neben unseren Angeboten der Sterbe und Trauerbegleitung kann sicherlich auch der Wunsch bestehen, zuhause, für sich, durch Bücher mehr zu erfahren. Deshalb möchten wir Ihnen hier jeden Monat ein Buch zu den Themen Sterben, Tod oder Trauer vorstellen, von dem wir denken das es lesenswert ist und vielleicht sogar helfen kann.
©C. Halder, im Juni 2024

Buchrezension - Dieser Mensch war ich von Christiane zu Salm

Christiane zu Salm, ehemalige Geschäftsführerin von MTV und Schöpferin des Fernsehsenders 9Live, hat eine unerwartete Wendung genommen: Sie ließ sich als ehrenamtliche Sterbebegleiterin ausbilden und öffnete sich einer neuen Perspektive auf das Leben. In ihrem Buch "Dieser Mensch war ich" gibt sie verschiedenen Menschen eine Stimme: dem KfZ-Mechatroniker, die Hausfrau, jüngere und ältere Menschen. Diese reflektieren ihr Leben, während sie wissen, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt. Das Buch ist keine Abhandlung über den Tod, sondern ein lebendiges Werk, welches zeigt, wie die Menschen ihr eigenes Leben empfunden haben.

Das Vorwort von Salm bietet Einblick in ihre Beweggründe und den Entstehungsprozess des Buches. Die nachfolgenden Erzählungen sind vielfältig: einige strahlen Hoffnung aus, andere sind von Traurigkeit geprägt und regen zum Nachdenken an. Es bleibt jedoch der Wunsch, mehr über die einzelnen Personen zu erfahren, denn die Informationen sind knapp gehalten - oft nur Name, manchmal Alter und die Art der Erkrankung werden genannt. Trotzdem erfährt man in den kurzen Ausschnitten viel über die jeweiligen Geschichten und Gedanken der Menschen.

Die Authentizität der Erzählungen liegt darin, dass sie so wiedergegeben werden, wie die Menschen sie erzählt haben, ungeschönt und unverändert.

Trotz ihrer Kürze, im Durchschnitt zwei Seiten pro Nachruf aus Deutschland und den USA, vermitteln sie tief gehende Einsichten und Weisheiten über das Leben. Nach der Lektüre hinterlässt das Buch den Leser nachdenklich und gleichzeitig hoffnungsvoll. Es ermutigt dazu, das eigene Leben zu reflektieren und die Frage zu stellen: "Habe ich je richtig gelebt und was habe ich in meinem Leben überhaupt erlebt?" Es erinnert daran, dass es wichtig ist, Träume zu verwirklichen, sich zu versöhnen und Dinge gerade zu rücken, solange man noch die Möglichkeit dazu hat.

Auch die Illustrationen unterstreichen die warme Atmosphäre und machen das Buch zu einem wertvollen Begleiter in Zeiten von Verlust und Abschied.

Insgesamt ist "Dieser Mensch war ich" eine berührende Auseinandersetzung mit dem Leben und Sterben.
Alle unsere Buchempfehlungen finden Sie unter ...
©geschrieben von Birte Micheels, im Februar 2026

Buchrezension - Ich weiss doch gar nicht, wie Sterben geht

Das Buch ,,Ich weiss doch gar nicht, wie Sterben geht’’ wurde von Johannes Roth verfasst. Er ist 1955 geboren, Grundschullehrer und lebt in einem kleinen Heidedorf in der Nähe von Münster, Niedersachsen. Das Buch resultiert aus seinen Tagebucheinträgen während der 2- jährigen Krankheit seiner Frau Anna, die er fast täglich verfasste.

Dies ist also die Geschichte von Anna und Johannes. Als Anna mit 39 Jahren an einem bösartigen Gehirntumor erkrankte, begann ein zwei Jahre langes, schweres Leiden, das schließlich zu ihrem Tod führte. In tagebuchähnlichen, sehr persönlichen Aufzeichnungen hat Johannes festgehalten, wie er Anna durch die Krankheit und die Zeit ihres Sterbens begleitet hat und wie seine Familie und vor allem die beiden Kinder, Lisa und Philipp, mit der Situation umgegangen sind.

Der bewegende und eindringliche Bericht zeigt, dass und wie es möglich ist, einen geliebten Menschen bis zu seinem Tod zu pflegen und ihm beizustehen und zeigt einen Weg, wie man diese Zeit mit dem eigenen Leben und dem der Mitmenschen vereinbaren kann.

Dieses Buch richtet sich an Angehörige schwer erkrankter Menschen sowie an professionelle Helfer, die einen Einblick in eine lange Reise mit Höhen und Tiefen aus der Sicht eines nahen Angehörigen erfahren möchten.
©geschrieben von Birte Micheels, im Februar 2026

Opas Engel von Jutta Bauer

Das Buch ‚Opas Engel‘ von Jutta Bauer ist eine berührende Geschichte über den Verlust eines geliebten Menschen. Die Hauptfigur, ein kleiner Junge, erinnert sich an seinen verstorbenen Opa und beschreibt, wie er ihm seine Liebe und Fürsorge gezeigt hat. Durch seine Erinnerungen an seinen Opa wird dieser zu seinem persönlichen Schutzengel, der ihn in allen Lebenslagen begleitet und beschützt.

Die Illustrationen von Jutta Bauer sind einfach, aber ausdrucksstark und ergänzen die emotionale Tiefe der Geschichte sehr gut. Die Autorin schafft es mit einfachen Bildern und Sätzen, das Thema Tod und Trauer für Kinder zugänglicher zu gestalten, ohne dabei die positiven Erinnerungen eines geliebten Menschen aus den Augen zu verlieren.

‚Opas Engel‘ ist ein wunderschönes Buch, das nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen zeigen kann, dass Tod und Trauer auch aus anderen Perspektiven zu betrachten ist.

Es zeigt, wie Erinnerungen und Liebe zu einem geliebten Menschen auch nach seinem Tod weiterleben. Insgesamt ist es eine schöne Geschichte, die dazu ermutigt, an die guten Zeiten zu erinnern und die Liebe zu den Verstorbenen immer lebendig zu halten.
©geschrieben von Birte Micheels, im Februar 2026

Buchrezension - Matti und der Großvater von Roberto Piumini

"Matti und der Großvater" ist ein Kinderbuch des italienischen Autors Roberto Piumini, das sich auf einfühlsame und poetische Weise mit einem schweren Thema auseinandersetzt: dem Tod und der Trauer.

Die Geschichte beginnt mit dem plötzlichen Tod von Mattis Großvater. Doch anstatt in tiefer Trauer zu versinken, erlebt Matti eine wunderschöne letzte Reise mit seinem Großvater. Matti und sein Großvater machen sich auf den Weg auf einen Ausflug, auf dem sie gemeinsam einige kleine Abenteuer erleben. Dabei reden sie über das Leben, über schöne Erinnerungen, über Ängste, über die Liebe – und auch über das Sterben. Dabei gelingt es dem Großvater, Matti auf sanfte Weise zu trösten und ihm zu zeigen, dass der Tod nicht nur ein Ende, sondern auch eine Art Weiterleben in den Erinnerungen bedeutet.

Die Sprache des Buches ist poetisch und ruhig.

Piumini nutzt sanfte und kindgerechte Worte für schwere Gefühle, ohne ins Kitschige oder Belehrende zu rutschen. Besonders stark ist die emotionale Tiefe, die auf den wenigen Seiten vermittelt wird.

Auch die Illustrationen unterstreichen die warme Atmosphäre und machen das Buch zu einem wertvollen Begleiter in Zeiten von Verlust und Abschied.

“Matti und der Großvater" ist ein tröstliches Buch, das jedem helfen kann, den Tod zu begreifen – nicht als etwas Endgültiges, sondern als Teil des Lebens.
©geschrieben von Birte Micheels, im Oktober 2025

Buchrezension - Tanzen mit dem lieben Gott von Elisabeth Zöller und Brigitte Hube

Das Buch Tanzen mit dem lieben Gott von Elisabeth Zöller und Brigitte Huber ist ein ruhiges, einfühlsames Buch, das dazu einlädt, über das eigene Leben nachzudenken. Es richtet sich vor allem an Menschen, die sich mit dem Älterwerden, mit Krankheit oder dem Lebensende auseinandersetzen – aber auch an alle, die sich mit ihrem Leben beschäftigen und zurückblicken möchten.

Der Aufbau ist übersichtlich: Kurze Texte, Gedichte, offene Fragen und Bilder wechseln sich ab. Das Buch ist so gestaltet, dass genug Platz für eigene Gedanken und Notizen bleibt. Es geht um Erinnerungen, wichtige Lebensmomente, Wünsche, aber auch um den Glauben und darum, wie Gott im eigenen Leben eine Rolle gespielt haben könnte.

Besonders hilfreich ist, dass das Buch keine fertigen Antworten vorgibt,

sondern dazu anregt, selbst nachzudenken und zu fühlen. Es eignet sich gut als Begleiter für Betroffene, aber auch für Angehörige, in der Pflege oder Seelsorge, um in schwierigen Zeiten ein Begleiter zu sein.

Tanzen mit dem lieben Gott ist ein tolles und hilfreiches Buch. Es schenkt Trost, gibt Mut und lädt dazu ein, das eigene Leben bewusst zu betrachten. Durch seine einfache Sprache und liebevolle Gestaltung ist es gut zugänglich und vielseitig einsetzbar.
©geschrieben von Birte Micheels, im Oktober 2025

Buchrezension - Marianengraben von Jasmin Schreiber

Nach dem tragischen Verlust ihres Bruders fühlt sich Paula in einer Trauer gefangen, die so tief ist wie der titelgebende Marianengraben. Doch die unerwartete Begegnung mit dem über achtzigjährigen Helmut bringt Paula auf neue Gedanken. Gemeinsam brechen sie zu einer Reise in Richtung Berge auf, um das letzte Versprechen Helmuts an seine verstorbene Frau einzulösen.

Das Buch erzählt von gegensätzlichen Charakteren, einer zufälligen Begegnung, einer gemeinsamen Reise und einer langsam wachsenden Freundschaft. Das Überwinden des Todes und persönlicher Verluste stehen dabei im Mittelpunkt der Handlung.

Die Autorin geht auf sehr humorvolle Art an das schwierige Thema ,,Tod und Sterben’’ heran. Sie erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Paula, was der Handlung eine lebendige und authentische Stimme verleiht. Paula ist dabei ganz sie selbst, was viel Spielraum für Situationskomik lässt.

Trotzdem werden auch die schwierigen Gedanken der Charaktere nicht außen vor gelassen. Vor allem auch die Erinnerungen an Paulas Bruder Tim ziehen sich durch das ganze Buch. Dabei wird auch der Prozess des Verarbeitens von Paula sehr deutlich gezeigt.

Auch der Schreibstil wirkt angenehm und sehr leicht verständlich.

Es gibt zwar einige Auf und Abs in der Handlung, die allerdings die Charaktere noch authentischer und sympathischer machen. Alles in allem bietet dieser Roman genau die richtige Mischung aus Trost und Unterhaltung, die seine Leserschaft erwartet.
©geschrieben von Birte Micheels, im Oktober 2025

Buchrezension - Als ich sie noch kannte von Genie Zeiger

Das Buch kann Betroffenen und Angehörigen eine Unterstützung bieten
Buchrezension - Den Tagen mehr Leben geben von Dörte Schipper

„Als ich sie noch kannte" ist der Bericht einer Tochter, die sich den Herausforderungen stellt, die das Leben mit einer kranken Mutter mit sich bringt. Der Roman beschreibt, wie Alzheimer und Parkinson in das Leben einer Frau treten und alles Bisherige auf den Kopf stellen. Die Kinder sind erwachsen und nun ist es Zeit, um sich selbst zu verwirklichen und die Zweisamkeit in der Ehe zu genießen. Doch die Diagnose der Mutter legt all diese Träume auf Eis.

Plötzlich steht nicht nur das Leben der Mutter im Fokus, sondern auch die eigene Rolle als Tochter muss neu definiert werden. Es geht nicht nur um das Verstehen und Leben mit der Krankheit, sondern um eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit existenziellen Themen wie Leben, Tod, dem Verhältnis von Mutter und Tochter und der Frage: Wer bin ich eigentlich? Der schleichende Verfall der Mutter ist schmerzhaft und oft herzzerreißend, doch er fordert die Tochter dazu auf, ihr eigenes Leben neu zu überdenken und sich in ihrer Rolle neu zu orientieren. Das Buch kann Betroffenen und Angehörigen eine Unterstützung bieten, indem es auf einfühlsame Weise den Umgang mit der Krankheit thematisiert.

Der Erzählstil ist leicht und zugänglich, oft sogar humorvoll, sodass trotz des ernsten Themas keine erdrückende Schwere entsteht. Zudem spielt das Buch in Amerika und thematisiert hier den Prozess und das Leben einer jüdischen Familie mit Traditionen und Bräuchen. Man bekommt zusätzlich einen Einblick in das Leben der Autorin, ihrer Familie und insbesondere, dass ihrer Mutter. Durch diese Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit wird der Roman zu einem hilfreichen Begleiter für alle, die selbst mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
©geschrieben von Birte Micheels, im April 2025

Buchrezension - Den Tagen mehr Leben geben - von Dörte Schipper

Für sie bedeutet Essen nicht nur Nahrung, sondern auch Trost

Im Herzen von St. Pauli, nur einen Steinwurf von der Reeperbahn entfernt, steht Ruprecht Schmidt am Herd. Einst arbeitete er in renommierten Sternerestaurants, heute jedoch hat sich sein Leben grundlegend verändert. Sein Arbeitsplatz ist das „Leuchtfeuer“ – ein Hospiz. Hier kocht er für Menschen in ihren letzten Lebensphasen, und was seine Gäste suchen, sind keine extravaganten Menüs, sondern einfache Gerichte voller Wärme und Erinnerungen. Für sie bedeutet Essen nicht nur Nahrung, sondern auch Trost, Verbindung und ein Stück gelebtes Leben.

Die Arbeit, die er jetzt verrichtet, ist für den Koch weit erfüllender als all die Jahre in den Gourmettempeln. Hier geht es nicht um perfekte Tellerkompositionen, sondern um etwas viel Tieferes: um das Schaffen von Momenten, die Halt geben, Freude spenden, und Erinnerungen an frühere Zeiten wachrufen. Ein bestimmter Duft, ein vertrauter Geschmack – manchmal reicht das aus, um das Herz zu berühren und längst vergangene Momente ins Gedächtnis zurückzuholen. Oft sitzen die Gäste nicht lange am Tisch, manchmal essen sie nur wenig – und doch steckt in jeder Mahlzeit eine unbeschreibliche Tiefe.

Dieses Buch ist mehr als nur eine Geschichte über das Kochen – es ist eine Erzählung über das Sterben, über das Loslassen und darüber, wie sehr kleine Gesten, wie eine Mahlzeit, die Kraft haben, das Leben in seinen letzten Zügen noch einmal auf besondere Weise zu berühren. Eine tolle Geschichte mit einer Mischung aus Geschichten über Ruprechts eigenes Leben und das seiner Gäste.
©Birte Micheels, im Januar 2025

Buchrezension - Den Tagen mehr Leben geben von Dörte Schipper

Buchrezension - Die besten Beerdigungen der Welt von Eva Eriksson und Ulf Nilsson

Die besten Beerdigungen der Welt

von Ulf Nilsson und Eva Eriksson ist ein bewegendes Kinderbuch, das sich mit den Themen Tod und Trauer auf eine einfühlsame und dennoch humorvolle Weise auseinandersetzt. Die Geschichte dreht sich um Ester, die der Meinung ist, dass die ganze Welt voll von Toten sei, um die sich niemand kümmere. Die Kinder finden daraufhin schnell ein erstes Tier, welchem sie eine schöne Beerdigung ausrichten und finden dann Gefallen an diesem Spiel. Daraus entwickelt sich allerdings etwas Größeres, ein Bestattungsinstitut.

Die Autoren zeigen die Neugier und Unbefangenheit der Kinder beim Umgang mit dem Tod und beleuchten humorvoll ihre Reaktionen und Fragen. Die Illustrationen von Eva Eriksson ergänzen die Geschichte gut und verleihen den Charakteren Tiefe und Persönlichkeit. Das Buch bietet eine ausgewogene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor und ermutigt Kinder, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren. Meiner Ansicht nach eignet es sich gut, um mit Kindern über den Tod zu sprechen und ihnen Trost zu spenden.
©Birte Micheels, im Oktober 2024

Die besten Beerdigungen der Welt von Eva Eriksson und Ulf Nilsson

Buchrezension - Apfeltage von Melissa da Costa

In diesem Roman dreht sich alles um Amande

Sie freut sich schon so sehr auf ihre weitere Zukunft und erwartet ein Kind, als ihr Geliebter, der nur schnell etwas erledigen wollte, bei einem Motorradunfall ums Leben kommt. Amande steht unter Schock, soll ihren Mann identifizieren und verliert daraufhin ihr ungeborenes Kind, Manon. Nachdem sie alle Angelegenheiten rund um den Todesfall geregelt hat, beschließt sie, ein Haus auf dem Land zu mieten, um sich zurückzuziehen. Sie will sich von der Welt abkapseln, hortet ein paar wenige Dinge und versteckt sich immer mehr, um in Ruhe gelassen zu werden und zu trauern.

Nach einigen Tagen in ihrem neuen Zuhause stößt sie in einer Küchenschublade auf einige alte Kalender mit Tipps rund um das Haus, kochen, backen und vor allem den geliebten Garten der Vormieterin. Auch diese Frau lebte wohl allein und suchte Trost darin. Amande beginnt, sich mit dem Garten zu beschäftigen, und dieser wird zu einer Quelle von Glück und Lebenssinn für sie. Durch den akribisch geführten Kalender der alten Dame lernt sie, wie sie den Garten hegen und pflegen und wie viel Freude er bringen kann. Sie erntet das erste Gemüse, verändert den Garten immer mehr zu ihrem eigenen und trifft aber auch auf einige Herausforderungen.

Die Autorin beschreibt mit großer Sensibilität die kleinen Freuden des Alltags und Amandes Weg zurück ins Leben. Ihre Liebe und ihr Verständnis für den Garten werden spürbar, der ihr bei ihrer Trauer unheimlich hilft. Nach und nach treten auch wieder Menschen in Amandes Leben. Sie lernt neue Leute kennen, darunter die Tochter der verstorbenen Vormieterin, Julie, die genauso froh drüber ist, dass der Garten wieder zum Leben erweckt wurde. Zudem findet sie auch mit alten Bekannten, wie der Familie ihres verstorbenen Mannes wieder zueinander. Behutsam lernt Amande, dass auch andere trauern und dass man gemeinsam besser zurechtkommt als allein.

Melissa da Costa hat ein außergewöhnliches Buch über Trauer und Glück geschrieben, das leicht und manchmal heiter wirkt und dennoch die tiefen Themen angemessen behandelt und ein guter Begleiter in einer schweren Zeit sein kann, um das Licht am Ende des Tunnels wieder leuchten und einen Sinn im Leben zu sehen.
©Birte Micheels, im August 2024

In diesem Roman dreht sich alles um Amande.

Rezension - Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

ist eine berührende Geschichte über die Schönheit des Lebens und die Realität des Sterbens, verfasst von Susann Pásztor, die selbst als ehrenamtliche Sterbebegleiterin tätig ist. Bei diesem Titel musste ich sofort daran denken, dass oft das Fenster geöffnet wird, wenn jemand verstorben ist. Dies soll der Seele ihren Freiraum geben, sich vom Körper zu trennen und komplett frei zu sein. Zusätzlich entführt uns der gleichnamige ARD-Fernsehfilm, welcher auf dem Buch von Susann Pásztor basiert, auf eine andere Art und Weise in die Welt von Fred, einem alleinerziehenden Vater, der nach mehr Sinn in seinem Leben sucht. Als ehrenamtlicher Sterbebegleiter steht er vor seiner ersten Begleitung: Karla, eine Frau, die nur noch wenige Monate zu leben hat. Doch Karla, stark und eigensinnig, scheint bereits ihren Frieden mit ihrem Schicksal gemacht zu haben und sucht nur nach ein wenig menschlicher Nähe, allerdings ganz nach ihren eigenen Regeln. Fred versucht, Karla zu helfen, sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen, doch sein Vorstoß scheitert. Schließlich erhält sein 13-jähriger Sohn Phil die Gelegenheit, Karla zu besuchen und ihre alten Fotos zu archivieren, wobei sich die beiden immer besser verstehen.

„Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" zeigt auf einfühlsame Weise wie Menschen sich gegenseitig stützen und die Wunder der Vergebung. Es ist eine Geschichte, die uns lehrt, dass es nie zu spät ist, Verbindung und Bedeutung im Leben zu finden, selbst in den schwierigsten Umständen. Mit verschiedensten Charakteren und einer interessanten Erzählweise entfaltet dieses Buch eine universelle Botschaft über Liebe, Verlust und das Leben. Es erinnert daran, dass selbst in der Dunkelheit des Abschieds ein Hauch von Leben und Hoffnung zu finden ist.

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster